Sonntag, 7. September 2014

Pretty cool...



Es ist halb neun abends und ich bin schon jetzt verdammt müde. Sei es, weil der Jetlag noch nicht ganz überwunden ist oder sei es, weil ich schon so viel gesehen habe und die Eindrücke erst mal verarbeiten muss. In der Tat fühle ich mich so, als wäre ich schon einige Zeit länger hier. Aber von vorn:

Ich wohne in North Vancouver. Dieser Teil gehört nicht mehr zum eigentlichen Kern Vancouvers, sondern ist eine im Norden angrenzende Nachbargemeine, welche durch zwei Brücken von Vancouver getrennt wird. Warum ich gerade hier wohne? Ich habe mir vorab die Lage der Sprachschule angeschaut und gleichzeitig geschaut, von wo aus ich schnell Zugang in die Natur bekomme. Mein Plan: Ein Rad kaufen und dann jeden Tag mit dem Rad über die Lions Bridge, durch den sehr beliebten Stanley Park nach Downtown zur Schule. Ersteres ist mir noch nicht gelungen, aber meine Gastfamilie ist mindestens so radbegeistert wie ich (vor allem John) und so habe ich mir von John ein altes (PINKES) Cruiser-Bike geliehen. Das wurde dann auch heute schon fleißig getestet. Ein Gang, Rückrtrittbremse, Fahrradständer – lang, lang ist es her… Damit kann ich zwar nicht die für den North Shore bekannten und beliebten Trails fahren, aber immerhin komme ich stilsicher von A nach B. Die Bikeszene ist hier ziemlich ausgeprägt. Neben Mountainbiking ist das Rennrad hier ein zunehmend beliebtes Fortbewegungsmittel. Vancouver bietet für den Radliebhaber einiges: Es gibt natürlich zahlreiche Fahrradwege und auch –straßen, kostenlose Mitnahmemöglichkeit in Bus & Bahn, HELMPFLICHT, wöchentliche Kriterien in verschiedenen Teilen der Stadt. Ich muss sagen: Das ist schon ziemlich cool J

Am ersten Tag zeigte mir Leanne die unmittelbare Gegend von unserem Apartment, bevor wir mit Matthiew und Rexx einen Trail in Lynn Valley, einem sehr beliebten Sport- und Erholungsgebiet, begingen. Nach Lynn Valleyt sollte uns der Weg am Abend schon wieder hinführen, denn Frank, Johns Bruder, gab ein Barbecue in seinem neuen Haus (riesiger Grill und überaus leckeres Grillgut!!) und ich war mit eingeladen. Zuvor versuchte ich vergebens ein gebrauchtes Rad zu kaufen. Ich hatte im Internet am Campus der University of British Columbia einen Laden entdeckt, der gebrauchte Räder verkauft, einen Monat Garantie gewährt und die Räder nach der Nutzung für die Hälfte des Preises zurückkauft. Klingt gut. Aber – hätte ich mir auch denken können – zu Semesterbeginn war dort nichts mehr zu holen – schade. Auf dem Rückweg –ich nahm den falschen Bus und erkundete die City weiter per Pedes - begegneten mir dann noch finstere Gestalten. Später erfuhr ich, dass Zombie-Day war – okay. Überhaupt ist Vancouver jede Menge los. Allein heute mehrere größere Sportwettkämpfe, Feste, Märkte bei bestem Sommerwetter. 

Ich könnte noch soooo viel erzählen, aber – wie schon gesagt – die Müdigkeit frisst mich auf. Morgen muss ich früh raus. Ich bin gespannt wie die Schule sein wird (im Internet macht sie einen sehr guten Eindruck) und freue mich schon auf den Weg mit „meinem“ Pink-Bike J
 
Fortsetzung folgt…


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