Es ist halb neun abends und ich bin schon jetzt verdammt
müde. Sei es, weil der Jetlag noch nicht ganz überwunden ist oder sei es, weil
ich schon so viel gesehen habe und die Eindrücke erst mal verarbeiten muss. In
der Tat fühle ich mich so, als wäre ich schon einige Zeit länger hier. Aber von
vorn:
Ich wohne in North Vancouver. Dieser Teil gehört nicht mehr
zum eigentlichen Kern Vancouvers, sondern ist eine im Norden angrenzende
Nachbargemeine, welche durch zwei Brücken von Vancouver getrennt wird. Warum
ich gerade hier wohne? Ich habe mir vorab die Lage der Sprachschule angeschaut
und gleichzeitig geschaut, von wo aus ich schnell Zugang in die Natur bekomme.
Mein Plan: Ein Rad kaufen und dann jeden Tag mit dem Rad über die Lions Bridge,
durch den sehr beliebten Stanley Park nach Downtown zur Schule. Ersteres ist
mir noch nicht gelungen, aber meine Gastfamilie ist mindestens so radbegeistert
wie ich (vor allem John) und so habe ich mir von John ein altes (PINKES) Cruiser-Bike
geliehen. Das wurde dann auch heute schon fleißig getestet. Ein Gang,
Rückrtrittbremse, Fahrradständer – lang, lang ist es her… Damit kann ich zwar
nicht die für den North Shore bekannten
und beliebten Trails fahren, aber immerhin komme ich stilsicher von A nach B.
Die Bikeszene ist hier ziemlich ausgeprägt. Neben Mountainbiking ist das
Rennrad hier ein zunehmend beliebtes Fortbewegungsmittel. Vancouver bietet für
den Radliebhaber einiges: Es gibt natürlich zahlreiche Fahrradwege und auch –straßen,
kostenlose Mitnahmemöglichkeit in Bus & Bahn, HELMPFLICHT, wöchentliche
Kriterien in verschiedenen Teilen der Stadt. Ich muss sagen: Das ist schon
ziemlich cool J
Am ersten Tag zeigte mir Leanne die unmittelbare Gegend von
unserem Apartment, bevor wir mit Matthiew und Rexx einen Trail in Lynn Valley,
einem sehr beliebten Sport- und Erholungsgebiet, begingen. Nach Lynn Valleyt sollte
uns der Weg am Abend schon wieder hinführen, denn Frank, Johns Bruder, gab ein
Barbecue in seinem neuen Haus (riesiger Grill und überaus leckeres Grillgut!!) und
ich war mit eingeladen. Zuvor versuchte ich vergebens ein gebrauchtes Rad zu
kaufen. Ich hatte im Internet am Campus der University of British Columbia
einen Laden entdeckt, der gebrauchte Räder verkauft, einen Monat Garantie
gewährt und die Räder nach der Nutzung für die Hälfte des Preises zurückkauft.
Klingt gut. Aber – hätte ich mir auch denken können – zu Semesterbeginn war
dort nichts mehr zu holen – schade. Auf dem Rückweg –ich nahm den falschen Bus
und erkundete die City weiter per Pedes - begegneten mir dann noch finstere
Gestalten. Später erfuhr ich, dass Zombie-Day war – okay. Überhaupt ist Vancouver
jede Menge los. Allein heute mehrere größere Sportwettkämpfe, Feste, Märkte bei
bestem Sommerwetter.
Ich könnte noch soooo viel erzählen, aber – wie schon gesagt
– die Müdigkeit frisst mich auf. Morgen muss ich früh raus. Ich bin gespannt
wie die Schule sein wird (im Internet macht sie einen sehr guten Eindruck) und
freue mich schon auf den Weg mit „meinem“ Pink-Bike J
Fortsetzung folgt…
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