Rasend schnell vergingen die letzten Wochen und Tage. Ich habe in dieser Zeit noch so Einiges mitnehmen und erfahren können. Positiv hervorzuheben sind:
Weaver Creek Spawning Channel:
Einen tollen Tagesausflug unternahm ich mit Freunden aus der Schule. Wir mieteten uns ein Auto (billiger als in D., ca. 22 € für einen Tag, Sprit ist ohnehin günstiger) und fuhren in das Landesinnere zu einem Ort, der nur im Oktober Anziehungspunkt für Touristen ist. Denn dann kommen die Lachse zum Laichen zu einem seit 60 Jahren in Nutzung befindenden Kanal. Dieser entstand als Reaktion auf eine schwindende Population an Lachsen, unter anderem aufgrund von Überschwemmungen, welche die Laichplätze zerstörten. Der Kanal ermöglicht den Lachsen (Sokeye, Chum, Pink) einen geschützten Raum zum Ablegen ihrer Eier. Inmitten der zu 90 Prozent anwesenden asiatisch aussehenden Touristenscharr beobachteten wir die Lachse, die Lebenden sowie die Toten. Denn, so will es Mutter Natur, nach dem Laichen haben die Lachse ihre Aufgabe getan.
| Lions Gate Bridge |
Das Aquarium in Vancouver:
Wie geplant habe ich mir die
Indoor-Aktivitäten für das schlechtere Wetter, das uns jetzt sehr häufig in
Form von Dauerregen empfängt, aufgehoben. Nachdem der gesamte Samstag im
wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel, plante ich für Sonntag vorsorglich
den Besuch des Aquariums. Dass Petrus offenbar ein Einnsehen hatte oder meine
schlechte Laune nicht ertragen konnte und aus diesem Grund den Wasserhahn ausschaltete - ich weiß es nicht. Jedenfalls kam es mir recht: Die Sonne schien! Also
radelte ich einmal um den Stanley-Park, begegnete dabei gar einem Kojoten (ja wirklich!). Einerseits macht es Freude entlang der Seawall zu fahren, andererseits bietet der Park auch im Inneren zahlreiche Wege, einen
hübschen Seen und Möglichkeiten zum Relaxen.
Das Aquarium ist eine Non-Profit-Organisation, für die mehr
als 1500 ehrenamtliche HelferInnnen im Bereich Umweltwelt- und Tierschutzes
tätig sind. Wow! Natürlich leben insbesondere die größeren Tiere - es gibt u.a.
zwei Delfine, zwei Belugas, Pinguine und Seeotter - unter den künstlichen
Bedingungen nicht optimal. Aber bei allen den getakteten Programmpunkten
(Shows, Vorträgen, Trainer Talk usw.) legen die Mitarbeiter Wert auf
Aufklärung, Mitgliedergewinnung und Spendeneintreibung (aber nicht aufdringlich) Und insofern: Wenn es
gelingt, mit deren Arbeit Bewusstsein zu schärfen und tausende Tiere zu retten,
dann befürworte ich das Konzept. Die Einrichtung selbst war modern, die Tiere
sehr gut in Szene gesetzt, die Programmpunkte informativ, witzig und zum
Staunen. Also auch hier: Daumen hoch!
| Flaschen sammeln - hier eine viel gesichtete Arbeit |
FlyOver Canada:
Kurz, teuer, super! Das ist die Kurzfassung meiner Erfahrung vom FlyOver Canada, einer Mischung aus Kino und Flugsimulation mit Effekten wie Wind und Wasser (5D). Mal abgesehen vom unspektakulären Leute-bei-Laune-halten-Programm, auf das ich jetzt nicht weiter eingehen möchte, dauert der eigentliche Spaß 8 Minuten. Man nimmt in einer Art Seilbahngondel Platz, das Geländer wird herabgelassen, man bewegt sich nach vorn und schwupps scheint man im 20m großen Bildschirm verschwunden. Fortan fliegt man im Helikopter von der Ost- zur Westküste, über Toronto, die Niagara-Fälle, Rocky Mountains bis nach Vancouver. Aus dieser Perspektive habe ich Kanada nur im TV gesehen, nur effektlos. Insofern: Daumen hoch!
Eishockey:
Noch nie zuvor war ich bei einem Eishockey-Spiel. Auch prinzipiell muss ich zugeben mich für diese Sportart wenig begeistert zu haben. Das hat sich geändert! Ich war mit ein paar Freunden zum Eishockeyspiel der Heimmannschaft (Vancouver Giants) gegen Kamloops. Erstere ist nicht die Top-Mannschaft Vancouvers, die in der NHL spielt (Karten kosten hier ab ca. 70 €), sondern die Nachwuchsmannschaft, also junge Männer 17,18, die den Sprung in die Spitze schaffen wollen. Dementsprechend motiviert und kampfbetont sollte das Spiel werden. Und das wurde es! Nachdem Michael Bublé sich kurz auf dem Eisfeld zeigte, begann ein schnelles, aufregendes Spiel mit positivem Ausgang für die Giants. Im Gegensatz zum Fußball sitzt man beim Eishockey nah dran (zudem saßen wir in Reihe 4), Stöße gegen die Wand lassen einen des Öfteren aufschrecken, Kämpfen ist erlaubt. Also ich muss sagen: Selber würde ich kein Eishockey spielen, aber ich kann gut verstehen, warum sehr, sehr viele Vancouveraner Eishockey-Fans sind.
Noch nie zuvor war ich bei einem Eishockey-Spiel. Auch prinzipiell muss ich zugeben mich für diese Sportart wenig begeistert zu haben. Das hat sich geändert! Ich war mit ein paar Freunden zum Eishockeyspiel der Heimmannschaft (Vancouver Giants) gegen Kamloops. Erstere ist nicht die Top-Mannschaft Vancouvers, die in der NHL spielt (Karten kosten hier ab ca. 70 €), sondern die Nachwuchsmannschaft, also junge Männer 17,18, die den Sprung in die Spitze schaffen wollen. Dementsprechend motiviert und kampfbetont sollte das Spiel werden. Und das wurde es! Nachdem Michael Bublé sich kurz auf dem Eisfeld zeigte, begann ein schnelles, aufregendes Spiel mit positivem Ausgang für die Giants. Im Gegensatz zum Fußball sitzt man beim Eishockey nah dran (zudem saßen wir in Reihe 4), Stöße gegen die Wand lassen einen des Öfteren aufschrecken, Kämpfen ist erlaubt. Also ich muss sagen: Selber würde ich kein Eishockey spielen, aber ich kann gut verstehen, warum sehr, sehr viele Vancouveraner Eishockey-Fans sind.
Kommen wir zu den weniger guten
Erfahrungen..
Mein Fahrrad wurde geklaut. Nein,
nicht etwa in der Stadt, von der ich weiß, dass Diebe aktiv sind. Nein, aus dem
Grundstück meiner Gastfamilie. Ich möchte dazu nichts weiter schreiben, sonst
werde ich so sentimental…
Indian Reservations:
In Vancouver gibt es
verschiedene Orte, an denen die Ureinwohner kostenlos leben können. Eines
dieser Indian Reservations befindet sich nur max. 300m Luftline, auf der
anderen Seite einer großen Straße, entfernt. Ich wusste nichts davon, bevor
John sich mir auf die Suche nach meinem Rad machte. Es ist wirklich traurig
durch dieses Gebiet zu fahren. Zum Teil befindet sich da sehr viel Müll, Hunde
laufen frei rum, seltsame Gestalten. Den Menschen geht es offensichtlich nicht
gut. Interessant war trotz allem, dass zum Teil gepflegte Häuser neben
ungepflegten stehen. Warum ziehen die Menschen nicht fort? Viele Fragen häuften
sich in meinem Kopf und ich werde mir Zeit nehmen, diese zu beantworten. John,
Feuerwehrmann, sagt er und die Polizei
sind häufig in solchen Reservaten, die Kriminalität ist hoch. Wen wundert es!
Zahnweh:
Oh ja, in der letzten Woche muss
mich nicht noch eine entzündete Zahnwurzel so ärgern, dass ich den Zahnarzt
aufsuchen muss… Schmerztabletten und Antibiotika zeigen Wirkung und nachdem ich
gestern dachte, ich müsste wieder zum Doc, damit er eine Behandlung einleitet,
glaube ich nun, dass ich es bis zu meiner Rückkehr gut aushalten werde.
Ich freue mich auf Deutschland,
auf Jena, meinen Schatz, Familie, Freunde, FAHRRÄDER, Abendessen nach 18 Uhr,
Brot, Verkehrsregeln, die ich verstehe, eine reparierte Zahnwurzel, eine neue
Mitbewohnerin, neue Herausforderungen…
Sieht doch gut aus...







