Dienstag, 14. Oktober 2014

Metro Vancouver (zumindest ein Teil davon)


Rund um die Stadt Vancouver befinden sich 21 Gemeinden, die zwar eigenständig sind, jedoch gewisse Leistungen der öffentlichen Verwaltung an den Regionaldistrikt (Metro Vancouver) übertragen. Mit dem Fahrrad machte ich mich vergangenes Wochenende auf eine größere Tour, um einige der Gemeinden zu erkunden.


Mein Tag begann mal wieder sehr früh. Spontan begab ich mich gegen fünf Uhr am Morgen nach dem Kaffee auf dem Weg, um zunächst ein paar Aufnahmen in der Dämmerung zu machen. Dabei musste ich feststellen, dass mein Mini-Stativ dafür nicht wirklich geeignet ist… Es war ein tolles Gefühl im Morgengrauen zunächst an der Küste entlang und später durch die leere Stadt zu fahren. In Berlin habe ich vor zwei Jahren Ähnliches gemacht und ich kann das nur jedem empfehlen. Wo am Tage stets Hochbetrieb herrscht, hat die Großstadt am Morgen einen ganz eigenen Charme…. 


Nach Sonnenaufgang begab ich mich zunächst mal in den Skytrain. Für mich war die Fahrt (bis auf den Ankunftstag) Premiere. In der Regel zähle ich ja auf zwei Räder als Antriebsmittel. Ich fuhr ein Stückchen nach Süden, um zunächst den Queen Elizabeth Park anzusehen. Hier traf ich inmitten der gepflegten Gartenanlage, die im Sonnenschein sicher Attraktivitätspunkte hätte sammeln können, vornehmlich asiatisch stämmige Menschen. Viele übten Tai Chi o.ä. aus. Schon das Zuschauen empfand ich als friedvoll. 


Weiter ging es mit dem Rad gen Süden nach Richmond. Hier haben sich viele gut situierte Menschen angesiedelt, ich vermute, aus dem asiatischen Raum, denn die Läden und Restaurants sind in der Mehrzahl in für mich nicht identifizierbaren chinesischen Schriftzeichen. Schicke, große Häuser fand ich hier vor und auf dem Rückweg entlang der Küste stieß ich auf das Richmond Olympic Oval, das Eisstadion, in dem 2010 die olympischen Eisschnelllaufwettbewerbe ausgetragen wurden. Meine Tour führte mich nun weiter gen Westen, auf den etwas 15 km, sah ich: so gut wie nichts. Okay, Radfahrer. Diese scheinen die Strecke auf dem Westminster Highway offenbar gern als Trainingsstrecke zu nutzen. Es war eine relativ öde Gegend. Meine ursprüngliche Route nach Delta und Surrey musste ich ad acta legen, da ich keine Möglichkeit fand den Fraser River zu überqueren. Es gibt eine, aber das war mir nicht bewusst. Nun ja, ich fuhr durch Westminster nach Burnaby, einer großen Gemeinde, in der viele meiner Schulfreunde wohnen. Die Gegend gefällt mir. Okay, flach ist anders, aber ihr wisst ja: Ich mag Steigungen! Dennoch, die Gemeinde ist relativ ruhig, aber nicht langweilig und es gibt mehrere Parks. In einem schaute ich zum ersten Mal bei einem Lacrosse-Spiel zu und war beeindruckt, wie sicher die Kids das Spiel beherrschten. Danach versuchte ich verzweifelt an den  Burnaby Lake zu gelangen, aber auch hier versperrte ein Highway den Weg. In der Flexibilität liegt die Stärke! Also fuhr ich an einen kleineren, aber wirklich idyllischen See, an dem gerade eine Hochzeit vollzogen wurde: den Deer Lake. 


Mein letztes Ziel sollte der Burnaby… Park sein. Ich muss zugeben, an dem Punkt schon echt ko gewesen zu sein. Also machte ich wirklich nur einen ganz kurzen Abstecher in den Park, um dann den Weg nach Hause mit dem Zug anzutreten. Den fand ich leider nicht. Ein Mann beschrieb mir den Weg (mal wieder wurde ich angesprochen), diesem merkte ich mir aber nicht. Ein anderer Mann sagte, hier würde kein Zug halten. Hää? Na gut. Ich fuhr dann mit dem Bus nach Downtown, hatte eine sehr nette Unterhaltung mit einer Studentin und nahm zum ersten Mal den Seabus, eine Fähre, die mich in gut 10-15 Minuten nach North Vancouver bringt. Touristen sind hier eindeutig von Einheimischen zu unterscheiden. Denn während die einen gelangweilt Zeitung lesen oder auf ihr Handy starren, versammeln sich andere an den Fenstern um Fotos zu schießen. Auch ich, logisch! 


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