Rund um die Stadt Vancouver befinden sich 21 Gemeinden, die zwar eigenständig sind, jedoch gewisse Leistungen der öffentlichen Verwaltung an den Regionaldistrikt (Metro Vancouver) übertragen. Mit dem Fahrrad machte ich mich vergangenes Wochenende auf eine größere Tour, um einige der Gemeinden zu erkunden.
Mein Tag begann mal
wieder sehr früh. Spontan begab ich mich gegen fünf Uhr am Morgen nach dem
Kaffee auf dem Weg, um zunächst ein paar Aufnahmen in der Dämmerung zu machen.
Dabei musste ich feststellen, dass mein Mini-Stativ dafür nicht wirklich geeignet
ist… Es war ein tolles Gefühl im Morgengrauen zunächst an der Küste entlang und
später durch die leere Stadt zu fahren. In Berlin habe ich vor zwei Jahren
Ähnliches gemacht und ich kann das nur jedem empfehlen. Wo am Tage stets Hochbetrieb
herrscht, hat die Großstadt am Morgen einen ganz eigenen Charme….
Nach
Sonnenaufgang begab ich mich zunächst mal in den Skytrain. Für mich war die
Fahrt (bis auf den Ankunftstag) Premiere. In der Regel zähle ich ja auf zwei
Räder als Antriebsmittel. Ich fuhr ein Stückchen nach Süden, um zunächst den
Queen Elizabeth Park anzusehen. Hier traf ich inmitten der gepflegten Gartenanlage,
die im Sonnenschein sicher Attraktivitätspunkte hätte sammeln können, vornehmlich
asiatisch stämmige Menschen. Viele übten Tai Chi o.ä. aus. Schon das Zuschauen
empfand ich als friedvoll.
Weiter ging es mit dem Rad gen Süden nach Richmond.
Hier haben sich viele gut situierte Menschen angesiedelt, ich vermute, aus dem
asiatischen Raum, denn die Läden und Restaurants sind in der Mehrzahl in für
mich nicht identifizierbaren chinesischen Schriftzeichen. Schicke, große Häuser
fand ich hier vor und auf dem Rückweg entlang der Küste stieß ich auf das
Richmond Olympic Oval, das Eisstadion, in dem 2010 die olympischen
Eisschnelllaufwettbewerbe ausgetragen wurden. Meine Tour führte mich nun weiter
gen Westen, auf den etwas 15 km, sah ich: so gut wie nichts. Okay, Radfahrer.
Diese scheinen die Strecke auf dem Westminster Highway offenbar gern als
Trainingsstrecke zu nutzen. Es war eine relativ öde Gegend. Meine ursprüngliche
Route nach Delta und Surrey musste ich ad acta legen, da ich keine Möglichkeit
fand den Fraser River zu überqueren. Es gibt eine, aber das war mir nicht
bewusst. Nun ja, ich fuhr durch Westminster nach Burnaby, einer großen Gemeinde,
in der viele meiner Schulfreunde wohnen. Die Gegend gefällt mir. Okay, flach
ist anders, aber ihr wisst ja: Ich mag Steigungen! Dennoch, die Gemeinde ist
relativ ruhig, aber nicht langweilig und es gibt mehrere Parks. In einem
schaute ich zum ersten Mal bei einem Lacrosse-Spiel zu und war beeindruckt, wie
sicher die Kids das Spiel beherrschten. Danach versuchte ich verzweifelt an den
Burnaby Lake zu gelangen, aber auch hier
versperrte ein Highway den Weg. In der Flexibilität liegt die Stärke! Also fuhr
ich an einen kleineren, aber wirklich idyllischen See, an dem gerade eine
Hochzeit vollzogen wurde: den Deer Lake.
Mein letztes Ziel sollte der Burnaby…
Park sein. Ich muss zugeben, an dem Punkt schon echt ko gewesen zu sein. Also
machte ich wirklich nur einen ganz kurzen Abstecher in den Park, um dann den
Weg nach Hause mit dem Zug anzutreten. Den fand ich leider nicht. Ein Mann
beschrieb mir den Weg (mal wieder wurde ich angesprochen), diesem merkte ich
mir aber nicht. Ein anderer Mann sagte, hier würde kein Zug halten. Hää? Na
gut. Ich fuhr dann mit dem Bus nach Downtown, hatte eine sehr nette
Unterhaltung mit einer Studentin und nahm zum ersten Mal den Seabus, eine
Fähre, die mich in gut 10-15 Minuten nach North Vancouver bringt. Touristen
sind hier eindeutig von Einheimischen zu unterscheiden. Denn während die einen
gelangweilt Zeitung lesen oder auf ihr Handy starren, versammeln sich andere an
den Fenstern um Fotos zu schießen. Auch ich, logisch!

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