Mittwoch, 17. September 2014

My homestay...

Leanne, John, Matthew und Rexx. Das ist meine junge Gastfamilie für die nächsten Wochen in North Vancouver. Leanne und John sind keine zehn Jahre älter als ich. Beide sind Kanadier, John ist in Vancouver aufgewachsen, Leanne auf Vancouver Island. Matthew ist kürzlich 8 Monate geworden. Er bestimmt aktuell den Alltag von Leanne, John ist auch Zuhause, weil er sich bei einem Radunfall schwere Verletzungen zugezogen hat. Ansonsten arbeitet er als Feuerwehrmann und ist stolz darauf, de facto nur 140 Tage im Jahr zu arbeiten und dabei bei vorzeitigem Ruhestand eine attraktive Rente zu erhalten. Er liebt wie Leanne Radfahren (MTB, Rennrad), ist vielseitig interessiert, kocht super und ist immer für einen Spaß zu haben. Leanne ist ebenso super nett, manchmal vielleicht etwas bedachter als John und aufgrund ihrer Sprechgeschwindigkeit ein harter Brocken für jene wie mich, die keine Muttersprachler sind. Nicht immer verstehe ich sie, aber: Es wird besser und das merke ich schon nach einer Woche deutlich. Mit ihr habe ich schon einige kleiner und größere Unternehmungen gemacht. Wir hatten immer viel Spaß, sei es in einem Bigsize-Supermarkt, beim Radfahren oder beim Hiking auf tollen Trails. Rexx ist ein Familienhund durch und durch. Er ist nicht in der Lage zu beschützen, dafür ist er treu, friedfertig, hört aufs Wort. Und manchmal ist er auch einfach nur zum Lachen: Hört er eine Sirene, dann heult er wie ein Wolf – herrlich.


John und Leanne haben ein Apartment mit kleinem Garten gekauft. Hier in North Vancouver, einer teuren Gegend, haben beide dafür umgerechnet ca. eine halbe Million Euro bezahlt. Mir kommt es vor wie ein komplettes Haus, aber – was kaum auffällt - sie vermieten noch eine Wohnung Parterre – das sei durchaus üblich. Im kleinen Garten hinter dem Haus züchtet John Tomaten und Salat. Apropros Essen: Hiervor war ich im Voraus etwas skeptisch. Aber ich habe wirklich Glück. Es gibt in der Regel kein Junk Food, sondern qualitativ gutes, von John zubereitetes Essen.

Ich bewohne ein Zimmer im Obergeschoss (es gibt das nur ein Zimmer), in dem ich mich wirklich wohl fühle. Diese Woche habe ich allerdings Platz für einen japanischen Schüler gemacht, der eine Woche hier bleibt, um eine (andere) Sprachschule zu besuchen. Es ist durchaus üblich, dass insbesondere Asiaten hier für lediglich eine Woche, zum Teil sogar nur für ein Wochenende kommen. Dazu schreibe ich lieber nichts weiter… Na ja, jedenfalls schlafe ich jetzt für sechs Nächte auf einer Luftmatratze im Eingangsbereich, man könnte es auch Wintergarten nennen. Ich wusste, dass jemand kommen wird und wollte mich hier auf die Suche nach einer neuen Familie machen. Aber Leanne bot mir an hierzubleiben und danach einfach wieder das „alte“ Zimmer zu beziehen. Da sage ich doch nicht nein, schließlich fühle ich mich hier wohl. 

John und Leanne sind Teilhaber eines Radgeschäfts in Lynn Valley und wie viele Vancouverianer viel und gern in der Natur. Sie reisen gern, oft mit ihren Fahrrädern im Gepäck. Im Umland kennen sie sich bestens aus und geben mir viele Tipps für tolle Trails und andere Locations. Also ich muss sagen: Hier lässt es sich aushalten.



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