Der erste Schultag, der eigentlich noch kein richtiger war.
Eine Menschenmenge junger Erwachsener war pünktlich um acht gekommen, um
dreierlei Tests (Sprechen, Schreiben, Grammatik) als Verfahren zur Einstufung
für den am kommenden Tag beginnenden Unterricht zu durchlaufen. Die am
häufigsten anzutreffenden SchülerInnen kommen aus Japan, Korea, Brasilien, Kolumbien
und Mexiko. Deutsche sind recht wenige hier – das ist mir ganz recht. Die
Eröffnungsveranstaltung erinnerte mich ein wenig an einen Kindergarten – okay, vielleicht
sind komische Spiele als Überbrückung von Wartezeiten einfach nicht mein Ding…
Eine extra für soziale Aktivitäten aufgestelltes Team stellte ILAC
(International Language Academy of Canada) vor und bot gleichzeitig diverse
Unternehmungen an. Danach wurden wir im Rahmen eines kleinen Stadtrundgangs
(die Schule befindet sich in Downtown) mit den vier Räumlichkeiten vertraut
gemacht.
Am nächsten Morgen erfuhren wir unsere Klasse, kauften unser
Lehrbuch (eine Schande bei den hohen Unterrichtskosten) und versammelten uns im
Klassenraum. Dieser ist Reih an Glied mit dem nächsten, drei Reihen mit je
sechs Personen passen gerade so rein, sodass ein Gang von ca. 1,5m inkl. Tafel
bleibt. Offenbar ist die Lage zu exklusiv, um großzügigere Unterbringung zu
gewährleisten… Mit 18 Personen ist der Kurs auch voll. Unserem Lehrer, Drew,
gelingt es trotzdem gut, uns alle einzubeziehen und eine angenehme
Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Nahezu alle Aufgaben werden in Form von Partner-
und Gruppenarbeiten gelöst. Dabei wird Wert auf einen Mix aus Übungen zum
Sprechen, Hören, Lesen, Schreiben und Grammatik gelegt. Täglich gibt es
Hausaufgaben. Der Unterricht geht von 8:45 Uhr bis 14 Uhr, wobei dienstags und
donnerstags von 12:30 bis 14 Uhr Wahlkurse stattfinden: Bei mir ist es Hören
und Sprechen. Der Unterricht macht in der Regel viel Spaß. Die multikulturelle
Vielfalt sorgt immer wieder für Gesprächsstoff.


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